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Sport

Die Alexander-Technik kann sowohl Amateursportlern als auch Leistungssportlern helfen, ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen und die Freude an der Bewegung neu zu entdecken. Der Alexandertechnik-Lehrer versteht sich nicht als besserer Fußball-, Schwimm- oder Leichtathletiktrainer. Der Alexander Technik-Lehrer ist Experte in Sachen mentaler und physischer Koordination. Es geht also um eine Art Basistraining, das sportlichen Aktivitäten vorgeschaltet ist und wovon jegliche sportliche Betätigung profitieren kann.
Hier zwei Beispiele aus der Praxis.

Beispielszenario 1: „Fußball“

Inmitten eines Spiels bereitet sich der Spieler X darauf vor, den Ball zu einem Mitspieler zu spielen. Er muss in dieser Situation seinen eigenen Organismus koordinieren und gleichzeitig im dreidimensionalen Raum seine Mitspieler und Gegenspieler identifizieren – ein Szenario, das sich von Augenblick zu Augenblick dynamisch verändert. Erschwerend kommt vielleicht hinzu, dass ein bevorstehendes Tackling eines Gegenspielers den Spieler zusätzlich unter Druck setzt. Der Spieler X schießt … und der Ball landet beim Gegner.

Was hat die Alexander-Technik dazu zu sagen? Der Spieler X wäre wohl grundsätzlich in der Lage, den Pass erfolgreich zu seinem Mitspieler zu bringen. In der Sprache der Alexander Technik ist aber Folgendes passiert: Die Komplexität der Spielsituation und der Druck des (nahenden) Tackling bilden eine Reizsituation, die beim Spieler X eine unerwünschte zusätzliche Reaktion hervorruft – eine Stressreaktion. Seine Wahrnehmung und sein Bewegungsablauf werden dadurch gestört. Diese Störreaktion ist ein „Zuviel“ – zu viel an neuro-muskulärer Aktivität. Die Alexandertechnik unterstützt den Sportler darin, sich dieses „Zuviel“ bewusst zu machen und es zu unterbinden – auch „Inhibition“ genannt. Das stellt gerade für Sportler eine große Herausforderung dar, weil sie gewohnt sind, sich immer noch mehr „Mühe zu geben“. Inhibition bedeutet aber nicht „mehr“, sondern „weniger“. Daraus resultieren leichte, mühelose, ästhetische und zielgerichtete Bewegungen.
Die dargestellte Situation aus dem Bereich „Fußball“ kann auf beliebige Sportarten angewandt werden, z.B. auf den Tennisspieler vor dem Schlag, den Springreiter vor dem Absprung, den Schwimmer vor dem Start oder der Wende, den Turner vor dem Flugelement oder den Läufer vor dem nächsten Schritt.


Beispielszenario 2: „Hochsprung“

Die Floptechnik im Hochsprung ist gekennzeichnet durch einen bogenförmigen Anlauf. Zum Ausgleich der auftretenden Fliehkräfte ist der Sportler beim Kurvenlauf zum Kurvenmittelpunkt hin geneigt und springt aus dieser Neigung heraus auch ab. Viele Hochspringer tendieren dazu, die notwendige Innenneigung beim Anlauf schon zu frühzeitig aufzugeben und sich Richtung Latte zu neigen (Außenneigung). Als Folge wird die Latte schon in der Steigephase gerissen.
Die Alexander-Technik bezeichnet das zugrunde liegende Reaktionsmuster als „Zielfixiertheit“. Der Springer lässt sich im entscheidenden Moment zu sehr davon beeinflussen, sein Ziel zu erreichen, nämlich die Latte überqueren zu wollen, und vergisst dabei die Gestaltung des Prozesses, der zur Erreichung des Ziels notwendig durchlaufen werden muss (die anhaltende Innenneigung). Er neigt sich zu früh Richtung Latte und beeinträchtigt dadurch den Bewegungsablauf negativ. Erstaunlicherweise ist den meisten Hochspringern diese „Neigung“ bewusst und dennoch kann sie oft nicht abgestellt werden. Selbst wenn Hochleistungsspringer rein äußerlich diese Fehlkoordination überwunden zu haben scheinen, kann sie trotzdem verdeckt als Störfaktor weiterwirken. Das sieht man daran, dass auch Topathleten gelegentlich wieder in den alten Fehler zurückfallen, wenn sie unter Druck stehen und an ihre Leistungsgrenzen gehen müssen. Ähnliche Formen von Zielfixiertheit beeinträchtigen in allen Sportarten die Leistungsfähigkeit der Athleten fundamental. Außerdem bringen sie unnötige Anspannung in den Körper und erhöhen das Verletzungsrisiko.
Die Alexander Technik lehrt, sich in Bewegungsabläufen selbst zu steuern und dadurch unerwünschte Gewohnheitsmuster (z.B. Zielfixiertheit) zu überwinden. Die Bewegungen werden dadurch anstrengungsloser und effektiver.



Rainer Lehrhuber    Studio Equilibrium    Erzgießereistrasse 48    80335 München    info@alexandertechnik-muenchen.com

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